Biotech-Standort Hessen: Vital. Agil. Nachhaltig.

*Anzeige – in Zusammenarbeit mit Technologieland Hessen

Aus der Mitte Deutschlands kommen seit langem Antworten auf drängende Fragen der Menschheit. Vor fast 100 Jahren wurde bei Hoechst in Frankfurt erstmals im Großmaßstab Insulin hergestellt, das seither Diabetespatienten weltweit ein weitgehend normales Leben ermöglicht. Der Chemiker Otto Röhm entdeckte Anfang des 20. Jahrhunderts das enorme Potenzial von tierischen Enzymen für die Lederbeize und die Lebensmittelherstellung. Aus seinen Arbeiten ging später das Darmstädter Unternehmen AB Enzymes, einer der ältesten Enzymproduzenten der Welt, hervor.

Stark im Kampf gegen Corona

Seit über zwei Jahren lenkt vor allem Corona den Blick auf die enorme Leistungsfähigkeit der Biotech-Branche in Hessen: BioNTech produziert in Marburg jährlich mRNA-Impfstoff für etwa eine Milliarde Impfungen. Notwendige Lipide als Wirkstoffträger liefern die Darmstädter Merck KGaA und Evonik aus Hanau, bei Sanofi in Frankfurt wird der Impfstoff abgefüllt. Und der Flughafen Frankfurt bewährt sich als größte Pharma-Logistikdrehscheibe Europas. Von hier wird der rettende Impfstoff in die Welt verteilt, von Frankfurt aus sollen noch 2022 die ersten BioNTech-Containerfabriken auf den afrikanischen Kontinent verschickt werden.

Hessen ist ein vitaler Standort. Auch ohne Corona gilt: In Hessen bilden biotechnologische Lösungen und Produkte für die Gesundheitsindustrie einen besonders vitalen und innovativen Wirtschaftsfaktor. Mit einer Bruttowertschöpfung von 10,5 Mrd. Euro, mehr als 95.000 Erwerbstätigen und einem Exportbeitrag von rund 12,5 Mrd. Euro ist die Gesundheitsindustrie deutschlandweit führend. Über 20 Prozent des bundesweiten Umsatzes der Pharmaindustrie sind „Made in Hessen“.

Hessen ist Forschungsland. Hessische Unternehmen investieren überproportional viel in Forschung und Entwicklung. Ein Vergleich mit dem Patentbestand von ganz Deutschland zeigt, dass Hessens Anteil im Bereich Pharma, Biotech und Medizintechnik 18 Prozent der Gesamtpatente ausmacht, bei den sogenannten Weltklassepatenten sind es sogar 21 Prozent. Sechs Universitäten bilden gemeinsam mit Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten und zahlreichen Technologie-, Innovations- und Gründerzentren eine leistungsstarke Forschungslandschaft für den biotechnologischen und medizinischen Sektor.

Hessen ist perfekt vernetzt. In Hessen existieren starke Netzwerke, die die Wege zwischen den einzelnen Akteuren verkürzen und die sich aktuellen Fragen und Entwicklungen stellen. Dazu gehören die Initiative „gesundheitswirtschaft rhein-main“ und das House of Pharma & Healthcare. Bundesweit einmalig ist die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen. Unter ihrem Dach stellen sich Vertreter von Landesregierung, Unternehmen, Forschung und Gewerkschaft im Diskurs wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und sozialen Themen.

Große Herausforderungen? Hessen hat Antworten.

Ein wichtiger Partner für Biotech-Unternehmen ist das Technologieland Hessen, das als Goldsponsor die Deutschen Biotechnologietage 2022 in Hamburg unterstützt. Dr. Janin Sameith und Dr. Hendrik Pollmann informieren und beraten beim Technologieland Hessen im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums Unternehmen in den drei Bereichen Biotechnologie, Bioökonomie und Gesundheitsindustrie. „Branchentreffen in diesem wichtigen Wirtschaftsbereich sind essenziell für die Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure“, betont Sameith, Projektleiterin Life Sciences & Bioökonomie. „Denn die Querschnittbranche Biotechnologie lebt von der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen aus Chemie, Biologie und Technik.“

Während Covid¬19 den Blick vor allem auf die medizinische Biotechnologie lenkt, stehen auch andere Bereiche vor großen Herausforderungen. Dazu gehört die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Mit dem Wohlstand wächst weltweit der Hunger auf Fleisch, den die herkömmliche Landwirtschaft ohne massive Schäden für Umwelt und Klima aber nicht mehr decken kann. Die Darmstädter Merck KGaA erforscht daher die Herstellung von sogenanntem Kulturfleisch, das aus Stamm- und Muskelvorläuferzellen im Bioreaktor wächst. Auch die Brain Biotech AG in Zwingenberg beschäftigt sich mit umweltschonender Produktion von Nahrungsmitteln. Sie hat ein genom-editierendes Enzym entwickelt, mit dessen Hilfe Mikroorganismen Proteine für tierfreien Käse bilden. Brain erforscht zudem die biotechnologische Herstellung von Brazzein - einem natürlichen und süß schmeckenden Eiweißstoff, der wesentlich gesünder ist als Zucker.

Bioökonomie – ein Sektor mit viel Potenzial

Einig sind sich alle darin, dass wir einen anderen Umgang mit Ressourcen brauchen. Einer, der Rohstoffe sparsam nutzt und im Kreislauf führt. Wie also können biologische Ressourcen so genutzt werden, dass sie nachhaltiges und klimaschonendes Wirtschaften fördern? Damit beschäftigt sich die Bioökonomie, die in Hessen ein starkes Standbein hat. Firmen aus Chemie und Pharmazie, Anlagenbau und Prozesstechnik erwirtschaften durch bioökonomische Prozesse und Materialien jährlich einen Umsatz von 8 Mrd. Euro.

Die Themen, denen sie sich stellen, sind sehr praxisnah. Beispielsweise fördert das Innovationsbündnis „Bioökonomie im Ballungsraum” (BioBall) in der Metropolregion Frankfurt/RheinMain neue Verfahren zur Verwertung von Bioabfällen und Klärschlämmen. In einer Bioraffinerie im südhessischen Brensbach verarbeitet die Biowert Industrie GmbH zellulosehaltiges Wiesengras in einen nachhaltigen Dämmstoff und zu Öko-Strom.

Bioökonomie birgt noch viel ungenutztes Potenzial, zu dem in Hessen intensiv geforscht wird. Im LOEWE-Förderprojekt „AROMAplus“ untersuchen die Hochschule Geisenheim, die Universität Gießen und die Frankfurter DECHEMA gemeinsam, wie sich Synthesewege in Mikroorganismen gezielt steuern lassen. Damit ließen sich aus landwirtschaftlichen Abfällen natürliche Aromastoffe gewinnen oder Speisepilze auf ungenutzten Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie kultivieren.

Hessen leistet Zukunftsarbeit

Pharma- und Gesundheitswirtschaft leisten in Hessen echte Zukunftsarbeit. Mit biobasierten Technologien werden neue Materialien, Nahrungsmittel und Therapien entwickelt. Sie schließen Stoffkreisläufe und machen Produktionsverfahren effizienter und nachhaltiger.

Das alles geht nicht ohne Digitalisierung. Wobei hessische Unternehmen als „Healthcare Mover“ gelten – sie setzen digitale Technologien besonders effizient ein, indem sie Daten aus verschiedenen Quellen koppeln und besonders anpassungsfähige Geschäftsmodelle etablieren.

Auch die enge Kopplung mit anderen Innovationsfeldern wie Materialtechnologien, Ressourceneffizienz und Smart Production spielt eine entscheidende Rolle für künftigen Erfolg. „Das Technologieland Hessen als Berater kann auch aus Bereichen jenseits der Biotechnologie wertvolle Erfahrungen, Netzwerke und Kompetenzen einbringen“, betont Pollmann, „daraus entsteht ein Rundumblick, wie er an anderen Standorten kaum möglich ist“.

Willkommen bei den DBT 2023!

Davon überzeugen kann sich die Branche bei den Deutschen Biotechnologietagen im März 2023 in Wiesbaden. Im kommenden Jahr machen die DBT einen großen Sprung vom hohen Norden in den Rheingau. Hessen wird den Branchentreff nutzen, um alle Stufen der Wertschöpfungskette - Forschung, Upscaling, Produktion und Vermarktung – zu präsentieren und zu zeigen, dass das Bundesland auch weiterhin Antworten auf große Fragen geben kann. Die Abendveranstaltung im Schloss Biebrich, einem der bedeutendsten Barock-Schlösser am Rhein, schlägt dabei die Brücke zwischen den Herausforderungen der Zukunft und der langen Tradition, die die Biotechnologie in Hessen hat.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.technologieland-hessen.de/life-sciences-biooekonomie

Veröffentlicht: 04.04.2022