10.04.2019 • 14:00 - 15:30 • Symposien

Technologietransfer

Technologietransfer – heute und morgen

Der Wissens- und Technologietransfer von Universitäten und Forschungseinrichtungen in die Wirtschaft hat stark an Bedeutung gewonnen. Grundsätzlich bestehen der Wille und der Wunsch, auch in der Politik, Innovationen zu generieren und die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse zu fördern. Wie gut eigenen sich die in Deutschland angebotenen Förderprogramme, um dieses Ziel zu erreichen, und wie stehen wir mit unseren Bemühungen im internationalen Vergleich da? Welche neuen Instrumente für den Technologietransfer bieten sich an? Diese Fragen werden in diesem Symposium diskutiert.

Moderation

Dr. Ruth Herzog Deutsches Krebsforschungszentrum

Dr. Ruth Herzog leitet seit 1997 die Abteilung Technologietransfer, die sie am Deutschen Krebsforschungszentrum aufgebaut hat. Der Technologietransfer arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und nimmt Vermarktungs-, Vermittlungs,- und Koordinationsaufgaben wahr, mit dem Ziel die Forschungsergebnisse des DKFZ zu schützen und verwerten.

Ruth Herzog hat mit ihrem Team über 1000 Erfindungsmeldungen bewertet und die innovativen, wirtschaftlich interessanten zum Patent angemeldet und mehr als 800 Verwertungsverträge geschlossen, darunter etwa 400 Lizenzverträge, 300 Kooperationsverträge mit der Industrie, 5 strategische Allianzen und 30 Ausgründungen.

Das bekannteste Beispiel für eine erfolgreiche Verwertung aus dem DKFZ ist der Impfstoff gegen humane Papillomviren (HPV) zur Prävention des Gebärmutterhalskrebses, der seit 2006 auf dem Markt ist. Für seine bahnbrechende Forschung zu HPV und Krebsentstehung erhielt Prof. Dr. Harald zur Hausen den Nobelpreis.

Das Erfolgsgeheimnis ihres Teams ist die gute Zusammenarbeit mit den Forschern und strategische Allianzen tragen zu den Verwertungserfolgen des DKFZ bei, u.a. die seit 10 Jahren bestehende Allianz des DKFZ mit der Bayer AG.

Ruth Herzog ist Molekularbiologin und promovierte am Institut für Humangenetik der Universität des Saarlandes. Anschließend arbeitete sie 6 Jahre bei Roche Deutschland im Vertrieb von onkologischen Produkten. Während ihrer Tätigkeit am DKFZ schloss sie ihr Masterstudium in Ökonomie und Management mit dem Titel M.A. ab. Ihre Arbeit behandelte das Thema Performancemessung im Technologietransfer. Außerdem erhielt sie das Zertifikat CLP (Certified Licensing Professional) und RTTP (Registered Technology Transfer Professional). Sie ist Mitglied des europäischen Fachverbandes ASTP (Association for Science and Technology Transfer Professionals) und der deutschen TechnologieAllianz und im Helmholtz Arbeitskreis für Technologietransfer und Gewerblichen Rechtsschutz. Als Mitglied von Bio Deutschland arbeitet sie aktiv in der AG Schutzrechte und technische Verträge.

Publikation:

Herzog, R., Wasden, C.: „Managing Life Science Innovations in Public Research Through Holistic Performance Measures“ in the book edited by Koichi Hishida „Fulfilling the Promise of Technology Transfer Fostering Innovation for the Benefit of Society” (Chapter 8) http://link.springer.com/book/10.1007/978-4-431-54306-0/page/, 2013.

Podium

Dr. Joachim Bertram IBA GmbH

Dr. Joachim Bertram ist seit 2001 Geschäftsführer und CSO der IBA GmbH in Göttingen. Herr Bertram studierte Biologie mit dem Schwerpunkt Biochemie und Mikrobiologie und wurde 1989 an der Georgia-Agusta-Universität in Göttingen am Lehrstuhl von Prof. G. Gottschalk promoviert. Die Promotionsarbeit wurde mit dem Promotionspreis der VAAM (Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie) ausgezeichnet.

Im Anschluss wechselte er in die Abteilung für Hämatologie/Onkologie unter Leitung von Prof. W. Hiddemann und habilitierte sich dort für Molekulare Medizin. Er beschäftigte sich sowohl mit molekularen Grundlagen in der Entwicklung von Resistenzen hämatologischer Tumoren unter Chemotherapie als auch den biologischen Mechanismen in der Tumorentstehung und –entwicklung und deren Bekämpfung mittels so genannter Antisense-Oligonukleotide und Ribozyme. Seine Arbeiten zur Nutzung von spezifischen Nukleinsäuren (Aptamere) und zur Ausdifferenzierung mononukleärer Zellen zu Dendritischen Zellen (DCs) wurden mit dem Dr. Wilhelm-Kempe Stipendium unterstützt.

Dr. Gerhard Frank IGZ Würzburg

Dr. Gerhard Frank ist seit Anfang 2012 Projektleiter am Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Würzburg. Das größte Gründerzentrum Unterfrankens ist auf Hightech-Startups spezialisiert und hat einen Branchenschwerpunkt in den Life Sciences. Neben der Vermietung von Büro- und Laborflächen, umfassen die Dienstleistungen Technologiescouting an den Würzburger Hochschulen, Qualifizierung von Gründerinnen und Gründern sowie umfassendes Coaching und Beratung von Gründerteams.

Aus seinen vorherigen beruflichen Stationen bei einem Risikokapitalinvestor in Tübingen, einem Medizintechnikunternehmen in Heilbronn und am Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD) hat er umfangreiche Berufserfahrung in den Bereichen Patente, Technologietransfer und Frühphasenfinanzierung von Hightech-Unternehmen.

Nach seinem Studium der Biologie und der Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Bereich Neurobiologie erforschte er als Teilprojektleiter eines Sonderforschungsbereichs an der Universität Tübingen die Funktionsweise des menschlichen Gehörs.

Dr. Ramón Kucharzak Bundesministerium für Bildung und Forschung

Eva-Maria Sperl Austria Wirtschaftsservice

Eva Sperl ist seit 2016 als Investmentmanagerin in der Abteilung Seedförderungen bei der österreichischen Förderbank Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) tätig. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen die Förderinstrumente PreSeed und Seedfinancing im Bereich Life Sciences und weitere Maßnahmen, die Life Sciences-Start-ups am Weg zum Erfolg unterstützen. Dazu zählen Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote im Bereich Wissentransfer, Businessplan-Wettbewerbe sowie das Monitoring von Förderprogrammen im Bereich Core Facilities.

Eva Sperl schloss das Studium der molekularen Biotechnologie am FH Campus Wien 2014 mit dem Master of Science ab. Zudem verfügt sie über mehrjährige Erfahrung in universitärer Forschung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien und verfügt über Berufserfahrung in Life Sciences-Start Ups.

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